Freitags wird der Füller gegen die Pflanzhacke getauscht
Ein Projekt des Städtischen Gymnasiums mit Förster Frank Sundermann gibt Schülerinnen und Schülern die Gelegenheit, Aufforstung aus erster Hand zu erleben

Fridays for Forest – so nennt sich die Kooperation zwischen Landesverbands-Revierförster Frank Sundermann, dem Städtischen Gymnasium und der Stadt Barntrup als Waldbesitzerin. Am letzten Freitag waren es 26 Schülerinnen und Schüler der Klasse 9a die sich tatkräftig an der Pflanzung junger Rotbuchen und Bergahorne im Barntruper Wald beteiligten. Sie waren zu Fuß mit Lehrerin Elvira Taverner und Schulsozialarbeiter Paul Oehlschläger zur Kahlfläche nahe des Waldfriedhofs gekommen. Mit viel Elan griff sich die Klasse Handschuhe und Werkzeuge und begann mit der Pflanzung. Das bedeutete in regelmäßigen Abständen ein Loch in den Boden zu treiben, den Setzling einzustecken und anschließend die Erde wieder zu verdichten. Noch ist die dadurch entstandene Bepflanzung unscheinbar, aber in einigen Jahren wird hier ein junger Wald sprießen. Schülerin Fenja will das miterleben: „Die meisten von uns wohnen in der Nähe und kennen den Wald. Ich werde auf jeden Fall wiederkommen und gucken wie es ‚meinen‘ Bäumen geht.“

Die Fläche am Tannenweg war zuvor mit Fichten bewachsen, die die Wetterextreme und das Borkenkäferaufkommen der letzten Jahre nicht überlebt haben. Ziel der wöchentlich stattfindenden Aktion ist es, einerseits den Zustand des zum Teil stark geschädigten Waldes zu verbessern und andererseits Schülerinnen und Schüler für Wert und Funktion des Ökosystem Walds zu sensibilisieren. Paul Oehlschläger formuliert es so: „Als Jogger bin ich selbst oft hier im Wald und viele der Schäden erkennt man ganz deutlich. Ich wollte aus der Not eine Tugend machen und mit der Schülerschaft gemeinsam eine Veränderung anstoßen – im Wald und im Denken. Dass die Stimmung der Klassen und der Zuspruch aus der Umgebung so gut sein würde, habe ich nicht erwartet.“

Barntrups Bürgermeister Jürgen Schell als Vertreter der Stadt Barntrup war auch gekommen, um sich ein Bild von dem Einsatz zu machen. Er fand lobende Worte dafür: „Die Schülerinnen und Schüler haben meinen größten Respekt. Klimaschutz funktioniert nur, wenn alle in der Gesellschaft mit anpacken und wenn es am Anfang auch nur kleine Schritte sind. Ich weiß, dass den Forstleuten das Herz blutet, wenn sie an die Schäden in den Wäldern denken, aber vielleicht kann die Begeisterung der jungen Generation ein Trost sein.“

Die Aktion läuft bereits seit Anfang Dezember des letzten Jahres und findet am 13. März ihren Abschluss – dann endet die Zeit, in der es sinnvoll ist Wildlinge zu pflanzen. Durch Fridays for Forest sind bereits 4550 Wildlinge in Barntrup neu eingepflanzt worden. Ob sich das Verhältnis der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum Wald gewandelt hat? Revierförster Frank Sundermann vom Landesverband Lippe hofft darauf: „Die Pflanzaktion ist als eine Initialzündung für einen verantwortungsbewussten Umgang mit Wald und Umwelt gedacht. Eine handfeste Mitarbeit im Wald bleibt schließlich ganz anders im Gedächtnis als eine Unterrichtseinheit im Klassenraum.“

[Pressemitteilung des Landesverbands Lippe vom 2.3.2020]

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