Köln bei NachtVom 1. bis 3. Juli 2016 machten sich die unerschrockenen Schülerinnen und Schüler des Latinumskurses, die noch mehr über Römer erfahren wollten, nach Köln auf.

Wir starteten mit 12 Schülerinnen und Schülern und 2 Lehrerinnen von Lemgo aus, mittags erreichten wir dann gut gelaunt die Jugendherberge Köln-Deutz, wo wir gleich die Zimmer beziehen konnten. Dann ging es auch schon gleich los über die Hohenzollernbrücke zur Domplatte. Frau Wahren führte die Schülerinnen und Schüler zu den wichtigsten Stationen im Kölner Dom, wie z.B. der Dreikönigsschrein aus dem 12. Jh. und das Gerhard Richter Fenster aus dem 21. Jh. Danach bestieg Frau Plahl mit den Schülerinnen und Schülern den Südturm des Doms.

Nach einer kurzen Stärkung machten wir einen kleinen Gang durch die Stadt, wo wir uns das Zeughaus mit dem geflügelten Auto auf dem Dach und den noch erhaltenen Römerturm anschauten. Dann zeigte Frau Wahren ihr Lieblingsgeschäft, was die Teilnehmer durchaus beeindruckte, da es sogar einer Tauchschule die Möglichkeit gibt, ihre Kurse in der Mitte des Geschäftes abzuhalten. Auch der Klettergang oder das Quallenaquarium begeisterten nicht nur die kleinen Kunden. Danach erhieten alle Gelegenheit, die Innenstadt Kölns auf eigene Faust zu erkunden.

Der Samstag begann mit einer Stadtführung: "Das römische Köln". Die Frau, die uns führte, war selbst Kunsthistorikerin, und so wurde uns das Praetorium in seinen feinsten Einzelheiten auseinandergesetzt. Der Hinweis darauf, dass das "Opus Caementitium" sowohl vom Wort als auch von der Sache her römische Erfindung ist, fand Erwähnung, aber auch, dass der Einsturz des Statthalterpalastes nicht – wie bisher vermutet – auf ein Erdbeben, sondern auf ein Absacken des Bodens durch die Nähe zum Rhein zurückzuführen ist. Leider war die Cloaca Maxima, der römische Abwasserkanal, den man sonst betreten kann, aufgrund der vielen Regenfälle in letzter Zeit geschlossen.

Nach der Stadtführung gingen wir in das Römisch-Germanische Museum, wo alle Teilnehmer ein Exponat in Form eines Minireferates vorstellten. Die Einschätzung von Frau Wahren, dass wir aufgrund der wenigen Schüler in einer Stunde fertig sein müssten, erwies sich als falsch: Wir verbrachten ca. 2 Stunden in dem Museum, wobei wir besonderes Augenmerk auf eine kleine Mithras-Darstellung legten, die mit besonderer Freude und Herzblut erklärt wurde. Gegen 15.00 Uhr sehnten sich alle Erholung herbei, einige gingen in die Jugendherberge zurück und holten sich ihre Longboards.

Um 20.00 Uhr trafen wir uns wieder auf der Domplatte, um gemeinsam zum Public Viewing Deutschland gegen Italien (ausgerechnet wieder Römer...) aufzubrechen. Wir mussten bis zum Zollhafen laufen, was uns aber eine malerische Kulisse bescherte, mit Großleinwand auf der rechten und Kölner-Dom-Silhuette auf der linken Seite. Durch die Verlängerungen waren wir um 0.30 Uhr wieder in der Jugendherberge und am Sonntag entsprechend etwas müder, was aber angesichts des Sieges keinem etwas ausmachte.

Public Viewing

Am Sonntag besuchten wir abschließend das Schokoladenmuseum, wo wir leider nur eine sehr kurze Führung wahrnehmen konnten, da wir sonst unseren Zug verpasst hätten. Trotzdem war es interessant, ein bisschen über den Produktionsablauf und die Kakaobohne zu erfahren. Um den Zug noch rechtzeitig zu erreichen, nahmen wir die Straßenbahn zurück, die über die Deutzer Brücke fährt. Diese war wegen des Christopher Street Day Festivals für Autofahrer gesperrt, und gerade als wir über die Brücke fuhren, kam uns der Festival-Zug entgegen!

Gay Pride!

Bis dahin war es eine perfekte Fahrt, alles hat gut geklappt und alle freuten sich auf zu Hause, weil es viel zu erzählen gab: Da kamen wir in den vermeintlich abgeschlossenen Gepäckraum der Jugendherberge und fanden fast alle Taschen durchwühlt vor: In zwei Taschen fehlte Bargeld, in einer Inear-Kopfhörer, in einer sogar sehr hochwertige Kopfhörer und Lautsprecher – der Schaden beläuft sich auf 500€! Die Jugendherberge wies alle Schuld von sich, aber auch die installierte Überwachungskamera ist leider nur eine Atrappe. Es blieb nichts anderes übrig, als die Polizei zu rufen; Frau Plahl fuhr mit den Schülern im planmäßigen Zug vor, Frau Wahren zeigte den Diebstahl gegen Unbekannt an und fuhr etwas später hinterher.

So behält eine so schöne Fahrt einen faden Nachgeschmack, wir alle bemühen uns, die guten Erlebnisse nicht von dem letzten Eindruck überschatten zu lassen. Am Ende ist es "nur" ein Sachschaden, alle Teilnehmer sind wohlbehalten zurückgekommen.

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