'aber sie beschützt mich, wie das nur Mama kann.'

Unter diesem Zitat stand der Gottesdienst am 31. Januar, den wir Schüler und Schülerinnen der Q2 in einem Projekt des Schulreferates der Lippischen Landeskirche zusammen mit der Berliner Theaterpädagogin Bettina Frank* gestalteten.


Insgesamt vier Tage trafen wir uns im Gemeindehaus der evangelisch reformierten Kirche in Barntrup, um Inhalte für den Gottesdienst zu sammeln, der anlässlich des Holocaustgedenktages stattfinden sollte. Bettina, die auch Schauspielerin ist, zeigte uns viele verschiedene Aufwärmtechniken, mit denen wir uns locker machten und unsere Stimme aufwärmten. So warfen wir Geräusche durch den Raum oder bildeten zusammen eine große laute Maschine.
Zusammen lasen wir dann verschiedene erschreckende Zeitzeugnisse von jüdischen Kindern der Zeit des Holocausts. Wir entschieden uns für die Aufführung für Berichte von
einer Familie, die sich zweieinhalb Jahre in einem kleinen dunklen Versteck aufhalten musste, kein Geräusch durfte hinaus gelangen,
Kindern, die unter den Leichen auf der Straße im Ghetto ihren Vater entdecken,
einem Mädchen, dass mutig selbst ein Gepäckstück vor deutschen Soldaten retten muss, weil seine Mutter ohnmächtig ist,
einem Jungen, der durch seinen Protest: „Ich will leben!“ seine verzweifelte Familie vom Selbstmord abhält.
einer Familie, in der die Eltern den Kindern das Essen überlassen, damit wenigstens sie überleben.
Weil man so etwas nicht einfach nachspielen kann, schufen wir daraus Standbilder und Performances. Sie alle zeigten, was jüdische Familien damals erlebt haben.

Eins der Standbilder

Mittags bestellten wir uns leckere Pizza um uns zu stärken, welche einmal auch von der Kirche spendiert wurde. Da der Gottesdienst besonders aus Familiensituationen von früher und heute bestehen sollte, entwarfen wir zudem auch lustige Szenen der heutigen Familie am Mittagstisch, die garantiert jeder von zuhause kennt. Zum Proben gingen wir dann in die kalte Kirche, in welcher wir uns meist an der schön warmen Heizung versammelten.

Bei unserer Aufführung im Gottesdienst lief zum Glück alles wie geschmiert und wir konnten zusammen mit einer gelungenen Predigt von Herrn Mattke an die Situation von damals erinnern und überzeugend schauspielern. Ein herzliches Dankeschön auch noch einmal an Bettina! Wir hatten sehr viel Spaß mit dir!
Kira Brakhage

* Bettina Frank ist Theaterpädagogin in Berlin. Um Erlebnisberichte von jüdischen Kindern, die unmittelbar nach dem 2.Weltkrieg in polnischen Kinderheimen aufgeschrieben worden sind, vor dem Vergessen zu bewahren und junge Menschen zur Auseinandersetzung mit der Ideologie des Nationalsozialismus anzuregen, entwickelte sie zusammen mit Andreas Mattke, dem Schulreferenten der Lippischen Landeskirche, dazu ein Theaterprojekt. Dabei arbeitet Bettina Frank erfahrungsbezogen mit diesen Texten, die in einfachen kindlichen Worten unsagbares Leid ausdrücken. Zum dritten Mal konnte das Projekt in lippischen Schulen durchgeführt werden, diesmal mit dem Städtischen Gymnasium Barntrup. Durch die Unterstützung der evangelischen Kirchengemeinde und die Präsentation der Ergebnisse in einem Gedenkgottesdienst wurde das Projekt zu einem gelungenen Beispiel für die Zusammenarbeit von Schule und Kirchengemeinde.

Anmeldung

Kommende Termine

Do Mär 30
Gäste aus Ontinyent (E)
Do Mär 30
Noteneingabe Q2
Mo Apr 03
Schüleraustausch mit Olawa (PL)
Di Apr 04
Gäste aus Rosmalen (NL)
Di Apr 04 @13:30 - 15:00
Zeugniskonferenz Q2
Mi Apr 05
1. Sitzung ZAA