Austauschfahrt mit polnischen Schülern nach Berlin

Einige Schülerinnen und Schüler der Q1 verbrachten vom 19. bis 23. Oktober 2015 zusammen mit Schülerinnen und Schülern unserer Partnerschule in Olawa/Polen einige spannende Tage in Berlin. Hier ist ihr Bericht von dieser Begegnungsfahrt:

Das Brandenburger Tor am Abend

Am Morgen der Abreise trafen wir uns am Bahngleis in Bad Pyrmont. Samt Gepäck waren wir bereit für die Abreise. Jeder war gespannt auf das Programm und das Hostel, das uns erwartete. Besonders gespannt waren wir jedoch alle auf die Begegnung mit den polnischen Schülern. Nachdem wir mit dem Regionalverkehr am Hauptbahnhof in Hannover angekommen waren, stiegen wir in den ICE, der uns von dort aus auf direktem Weg nach Berlin brachte. Für die Reise hatten wir kleine Sprachheftchen bekommen, die uns bei der Kommunikation mit den polnischen Schülern behilflich sein sollten. Die Aussprache der polnischen Wörter fiel nicht jedem besonders leicht, trotzdem bemühten sich alle, einen wenigstens halbwegs verständlichen Satz zustande zu bringen. Sobald wir im Hostel angekommen waren, trafen wir uns zu Beginn gemeinsam mit den polnischen Teilnehmern und ihren Lehrkräften in einem Tagungsraum, um den weiteren Verlauf des Tages zu besprechen. Die Teilnehmer der polnischen Schule hatten ein Video vorbereitet, in dem sie ihre Stadt in Form eines Musikvideos darstellten.

Nachdem wir die Zimmer eingeteilt hatten, machten beide Schülergruppen sich gemeinsam auf den Weg zum Alexanderplatz. Von dort aus hatten wir die Möglichkeit uns umzuschauen und gegebenenfalls etwas essen zu gehen. Auf dem Alexanderplatz waren auf jeden Fall einige Möglichkeiten dazu vorhanden. Von Fastfood-Ketten wie zum Beispiel MC Donalds oder Burger King bis hin zu riesigen Steakhäusern sind dort jede Menge Alternativen zu finden. Um 21 Uhr trafen wir uns für einen gemeinsamen Spielabend im Tagungsraum, der dazu dienen sollte, dass sich die polnische und die deutsche Gruppe einander etwas annähern und so Verständnisprobleme untereinander behoben werden konnten. In gemischten Grüppchen mussten wir bestimmte Aufgaben lösen, wie zum Beispiel einen möglichst hohen Turm aus Flaschenkorken und Zahnstochern bauen. Obwohl das Resultat vieler Türme am Ende nicht so aussah wie erwartet, geschweige denn einige Türme gar nicht stehen konnten, verlief die Kooperation innerhalb der Grüppchen mit Einschränkungen sehr gut. Zwar verstand außer zwei Mitgliedern unserer Gruppe, die beide polnischer Abstammung sind, niemand die jeweils andere Sprache, jedoch gelang trotz alledem ein Austausch mittels wildem Umherfuchteln mit den Armen und einer Menge Zeichensprache. Englisch sprachen wir natürlich auch, was sich jedoch leider ebenfalls schwierig gestaltete, da die polnischen Schüler diese Sprache nicht ganz so gut beherrschten. Insgesamt hatten wir trotzdem einen sehr unterhaltsamen Abend. Die Kommunikationsprobleme wurden von jedem mit Humor genommen, es wurde viel gelacht und zum Schluss ist es uns auch gelungen, uns gegenseitig vorzustellen.

Am nächsten Tag machten wir eine Stadtrundfahrt und besuchten anschließend das Jüdische Museum. Wir hatten dort eine Führung und wurden unter anderem über die Bräuche der jüdischen Religion aufgeklärt. Das Jüdische Museum ist sehr modern, es besteht zum Großteil aus weiten, großflächigen und hellen Räumen. Es sind dort viele einzelne Gegenstände ausgestellt, hinter denen sich eine tiefe Bedeutung verbirgt. Auch Architekten und Künstler haben im Jüdischen Museum Hand angelegt, um die Situation der im Krieg Vertriebenen durch ihre Werke besser zu veranschaulichen. Dies stellen sie nicht in Form von Gemälden oder Bildern dar, sondern anhand von Räumen und Skulpturen, die auf den ersten Blick nicht mal mit dem Holocaust in Verbindung gebracht werden können. Diese einzigartige Form der Darstellung hatte einen bleibenden Eindruck auf uns alle und regte definitiv zum selbstständigen Nachdenken an.

Die Abende verbrachten wir alle auf ganz unterschiedliche Weise. Einige spielten gemeinsam verschiedene Kartenspiele, andere hingegen gingen noch einmal gemeinsam in die Stadt. Am Mittwoch fuhren wir gemeinsam nach Potsdam. Dort hatten wir genug Freizeit um entweder an einer Schlossführung teilzunehmen oder eine Sightseeingtour in einer Pferdekutsche zu machen. Wir hatten ebenfalls die Möglichkeit in das holländische Viertel zu laufen. Wie wir den Vormittag verbrachten war uns selbst überlassen. Auf Grund seines romantischen Charmes und seiner altertümlichen Atmosphäre zieht es sehr viele Touristen nach Potsdam. Die Stadt hat außerdem einen enormen historischen Hintergrund vorzuweisen, wodurch sie ihren hohen Bekanntheitsgrad erlangt hat.
Gegen 15 Uhr machten wir uns auf den Weg zum Olympiastadion, wo wir wieder eine Führung hatten. Wir bekamen einen Einblick hinter die Kulissen der VIP-Tribüne, die besonderen Persönlichkeiten wie der Bundeskanzlerin vorbehalten ist, in den Festsaal und in die Umkleidekabinen der Sportler. Am Abend aßen wir gemeinsam im Hostel und widmeten uns anschließend wieder den bevorzugten Freizeitaktivitäten.

Am Donnerstag, dem letzten vollen Tag unserer Reise, besuchten wir den deutschen Bundestag. Damit uns dort Zutritt gewährt werden konnte, wurden wir am Eingang streng kontrolliert. Unser Handgepäck und unsere Jacken mussten wir abgeben, um sie durch das Kontrollband laufen zu lassen. Währenddessen wurden wir vom Personal gründlich überprüft. Kopfbedeckungen wie Mützen und Caps mussten abgenommen werden, um die Würde des Haus nicht zu verletzen. Anschließend erklärte uns eine Bundestagsabgeordnete das System der Sitzungen im Bundestag. Zum Schluss hatten wir noch die Möglichkeit das Dach des Gebäudes zu betreten. Um dort hinauf zu dürfen wurde erneut kurz unser Gepäck kontrolliert. Der Ausblick vom Dach aus war überwältigend. Man hatte einen Überblick über ganz Berlin. Vom Fernsehturm bis hin zum Brandenburger Tor war von dort oben aus alles zu erkennen. Die Kuppel konnten wir jedoch leider nicht betreten, da diese gerade gereinigt wurde. Wie aufwendig dieser Vorgang ist, wurde uns nur deutlich, als wir mit eigenen Augen sahen, wie eine Reinigungskraft nur mit Hilfe von ausfahrbaren Kränen die einzelnen Scheiben des Innenraumes erreichen konnte, um sie von dort aus zu bearbeiten. Bei diesem Anblick konnte einem definitiv schwindelig werden.
Nach unseren Besuch des Bundestags hatten wir den ganzen Nachmittag Freizeit, um noch einmal zum Abschluss selbstständig Berlin erkunden zu können und die Orte zu besuchen, die wir während unseres Aufenthaltes noch nicht gesehen hatten. Einige besuchten noch weitere Sehenswürdigkeiten, die die Stadt zu bieten hatten, Andere nutzten das ausführliche Angebot an Geschäften, um dort noch etwas Geld auszugeben. Als am Abend dann schließlich allmählich alle Gruppen im Hostel ankamen, waren wir alle doch etwas erschöpft. Wir verbrachten den letzten Abend noch einmal in unserer bereits gewohnten Gesellschaft und nutzten die letzte Nacht um unseren Schlaf nachzuholen.

Am nächsten Morgen standen wir frühzeitig auf, um unsere Koffer fertig zu packen und uns für den Aufbruch bereit zu machen. Gegen Mittag fuhr unser Zug am Berliner Hauptbahnhof ab. Bis dahin hatten wir noch ein paar Stunden Freizeit am Bahnhof. Nachdem wir uns von der polnischen Gruppe verabschiedet hatten und ihnen einen guten Heimweg gewünscht hatten, machten wir uns also auf den Weg zum Bahnhof. Einige hatten noch ein Gruppenfoto mit den polnischen Schülern geschossen, welches zur Erinnerung an die Woche dienen sollte. Den restlichen Vormittag am Bahnhof verbrachten die meisten von uns auf dem Platz vor dem Hauptbahnhof, da die Sonne schien und wir das gute Wetter wenigstens noch ein paar Stunden nutzen wollten. Dort konnten wir viele Straßenkünstler und Musiker beobachten, die durchaus Talent hatten. Es ist nicht von Bedeutung, an welchem Ort man sich in Berlin aufhält, etwas zu sehen gibt es überall. Ob es nun ein Einblick in die eher heruntergekommenen Teile der Stadt ist, oder die absolute Partymeile, bis hin zu den luxuriösen Fußgängerzonen – alles ist in Berlin vertreten und die verschiedensten Menschen aus allen Kulturen und Gesellschaftsschichten leben dort zusammen wie in einer einheitlichen Gemeinschaft. Mein Eindruck von Berlin ist, dass sich die Stadt insgesamt sehr tolerant verhält und dort jeder Kultur die Möglichkeit gegeben ist, sich niederzulassen und zu verwirklichen. Nachdem wir in den Zug eingestiegen waren, schliefen einige direkt ein, was ein klares Zeichen dafür war, dass die Woche auf jeden Fall voll ausgenutzt wurde. Gegen 16 Uhr waren wir wieder in Bad Pyrmont angekommen, verabschiedeten uns und machten uns auf den Weg nach Hause.

Insgesamt war die Woche in Berlin sehr anstrengend, aber auch ein voller Erfolg. Ich kann sagen, dass wir einige schöne Erinnerungen aus den fünf Tagen mitnehmen konnten und auch einen tiefen Einblick in die verschiedenen Kulturen und Sehenswürdigkeiten bekamen. Meiner Meinung nach hat sich die Fahrt also auf jeden Fall gelohnt und auch der Kontakt mit der polnischen Gruppe verlief sehr positiv. Auf Grund der Verständnisprobleme kam es allerdings zwischen den meisten der deutschen und der polnischen Gruppe nie dazu, dass das Eis endgültig gebrochen wurde, was sehr schade war. Trotzdem hatten wir eine sehr harmonische Woche in guter Gesellschaft verbracht. Ich denke jeder von uns würde gern erneut an einem Austausch mit den polnischen Schülern teilnehmen.

Lea Fahrenkamp, Q1

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