'Nie wieder Krieg!'

so lautete das Motto des ökumenischen Friedensgebetes zum Gedenken an den Ausbruch des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren. Vorbereitet wurde es in Zusammenarbeit zwischen den beiden Kirchengemeinden und dem Gymnasium in Barntrup.

Zu Beginn nannten Pfarrerin Keil und Vertreter der Dörfer Sonneborn und Alverdissen die Zahlen der Soldaten, die im Krieg ihr Leben verloren haben.

„Wie konnte es zu diesem Krieg kommen?“ – fragten Schüler und Schülerinnen der Klasse 8b. – Ein Gespräch aus E.M. Remarques Roman „Im Westen nichts Neues“ gab eine bestürzend einfache und doch zeitlos wahre Antwort: „Es muss Leute geben, denen der Krieg nützt.“

Einen lebendigen Eindruck der Kriegseuphorie gab eine Szene aus Karl Kraus’ Theaterstück „Die letzten Tage der Menschheit“, aufgeführt vom Philosophiekurs (von Herrn Rau) der Jahrgangstufe 9:. Sie spielt in einer Schulklasse, deren Lehrer seine Jugendlichen zum Kriegsdienst motiviert: So wurde damals die Jugend verführt und ihre Begeisterungsfähigkeit missbraucht. Lesungen aus Feldpostbriefen dokumentierten eindrucksvoll beides: die anfängliche Kriegsbegeisterung und den baldigen Absturz in Angst und Grauen.

Die Streichergruppe um Herrn Dr. Martin ließ, neben klassischen Stücken, auch zeitgenössische Lieder erklingen, mit denen Soldaten damals in den Krieg entlassen wurden: „Heil dir im Siegerkranz“.

Und was tat die Kirche? – Dieser Frage ging Martin Böttcher nach und berichtete aus Kriegstagebüchern lippischer Kirchengemeinden: Man propagierte auch dort Vaterlandstreue und Opferbereitschaft. Und: „Man traf sich am Mittwoch Abend, so wie wir heute Abend auch, und hielt kein Friedensgebet, sondern ein Kriegsgebet“, so Böttcher. Lange hat man gebraucht, um zu erkennen, dass dieser Weg der falsche war.

Damit es nie wieder so weit kommt, ist es notwendig, dass man sich erinnert und Hoffnungsbilder entwickelt.

Der Religionskurs (von Frau Rosenau) zeigte Parallelen auf zwischen damals und heute: „Wir sehen heute wieder, dass Gewalt und Krieg in (elektronischen) Spielen und Filmen verharmlost werden, dass bei Militäreinsätzen anonyme (Massen-)Vernichtungsmittel eingesetzt werden, dass die Möglichkeiten der Technik sich verselbständigen, dass Soldaten mit Kriegstraumata auf Unverständnis stoßen…“

Die Jugendlichen empfanden, dass es - neben der Erinnerung - wichtig ist, Hoffnungsbilder zu beschreiben: Deshalb stellten sie das Leitbild des „gerechten Friedens“ der evangelischen Kirche vor, das vor allem Gerechtigkeit fordert und zivilen Mitteln unbedingten Vorrang gibt vor militärischer Gewalt.

Jakob Schmidt Rhaesa (9c), der den Gottesdienst mit betont dissonanter Orgelmusik eröffnet hatte, begleitete die Gemeinde bis zum Schlusschoral, dem Gebetsruf: „Verleih uns Frieden gnädiglich!“

Stefanie Rosenau

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